Die verlorenen Kinder der Hannelore K.

Sperrtitel: Kurze Betrachtung eines vorbeigehenden Unmenschen[i] zur Wahl in NRW an Hand von Wahlplakaten der Regierungsparteien in meiner kleinen Stadt.

Ausgangspunkt des Ausblicks auf die morgige Wahl ist die Rückschau auf das allseits bewunderte SPD-Siegerplakat der vorangegangenen Wahl mit dem Slogan „Wir lassen kein Kind zurück“ und der url nicht der SPD in NRW, sondern der Site von Kraft. Auch auf diesem leicht zu ergooglenden Bild kann der Betrachter genau die Wertschätzung der Kraft-Partei für Kinder ohne Y-Defizit erkennen: Im Vordergrund ganz am Rande, fast aus dem Bild fallend ist noch ein einsamer Junge zu erkennen, ganz sich selbst überlassen – was beileibe leider nicht das Schlechteste für ihn ist. Im aktuellen Hauptplakat mit Kind ist der kleine Unmensch schon komplett aussortiert und nur noch zwei gleichgesichtige Gören im Stile upgedateter Shirley Temples: zuckersüß&blond. Auch sehr schön: Hannelore als Belehrende eines pseudobarttragenden(?) „Schmerzensmann“ – hier groß im Hintergrund, das Bild dominierend sein wachsames Frauchen. Wunderbar wie Frau Kraft klassische weibliche Geschlechterrollenklischees ausschlachtet: Der Zweck soll bekanntlich die Mittel heilen.

Shirley Temple 1937 als Covergirl von The Queenslander triumphierend in Uniform und Kilt
Shirley Temple (1937)
Bildquelle: Wikimedia

Unklar hingegen ein viel selteneres Plakätchen mit einem Fußballtrainer (m) und 3 oder 4 Kindern, darunter etwas abseits nur ein einziges, zudem kleineres Mädchen mit Torwarthandschuhen – ich nehme mal an, es soll heißen: Viel ist erreicht, aber viel bleibt zu tun! Ungeachtet die Nachwuchsförderprogramme des DFB sehr viel höhere Mittel pro Mädchenkopf ausschütten und wann immer Jungen gezwungen sind mit Mädchen Fußball zu spielen, sie klaglos einstecken müssen, aber niemals zurücktreten dürfen, nicht mal mit angezogener Handbremse.

Richtig irritiert bin ich hingegen von den ausgesprochen zurückhaltenden Plakaten der Grünen, auf denen der sonst übliche Personenkult ihrer Kandidatinnen auf höchst unökologisch riesigen Vielfarbdrucken komplett zu fehlen scheint; was ist aus der allgegenwärtigen fett-feisten Fratze Löhrmanns und ihrer 2-Zentner[ii]-Süffisanz geworden? Hat die grüne Parteikirche EKD sie mittlerweile zur Päpstin ausgeworfen, den Vatikan zu plätten?

Wie auch immer, weiblicher Eitelkeit im Personenkult geben auch SPD und CDU mit ihren lokalen Kandidatinnen genügend Raum- und Ressourcenverschwendung; da kann der örtliche männliche CDU-Kandidat ganz sein Mauerblümchendasein genießen, aber er ist ja auch bloß der Landesvorsitzende und Kandidat fürs Ministerpräsidentenamt…

Epilog: Der Weg zum Wahllokal war stellenweise kaum passierbar, so vollgemüllt mit „Grünen Grüßen“; und selbst dieser Last-Minute-Werbetrash war hochwertig und -aufwändig hergestellt, auch das ist ein beredtes Mosaiksteinchen in der grundlegenden, besonders ausgeprägten Verlogenheit („subjektive Wahrheit“ trifft „relative Realität“) des herrschenden Zeitgeistes, dass eine postengeile Lobbytruppe sich derart erfolgreich als Ökopartei verkaufen kann. 2009 hat ähnlicher Müll auf den letzten Metern noch meine Ära als (PDS)/Linkspartei-Wähler vorzeitig beendet

[i] …gemäß der SPD Grundsatzprogrammatik: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.“ Hier sprechen Quotenfrauen von Männern Gnaden dem Männlichen das Menschliche ab, ungeachtet es alleine Männer waren, welche die Menschlichkeit entdeckten/erschufen und die Menschenrechte proklamierten, beides existiert nämlich nur in der männlichen (menschlichen) Vorstellung. Die Menschlichkeit liegt wohl als Potential allein im Y-Chromosom, ebenso wie Kreativität (Schöpferkraft) und die urmenschliche Gabe aus sich selbst heraus richtig von falsch zu unterscheiden. (Kurzfassung, zu weiteren Erläuterung s. die Menschenrechtstrilogie und die Männerfantasie vom edlen Weib.)

[ii] Zum Schlankheitswahn-Wahn möge die Suchfunktion etwa auf Kurz Notiert bemüht werden und die Älteren sich erinnern wie selbstverständlich die Beleibtheit eines Herrn Kohl stets bekalauert wurde – bei heutigen gewichtigen Männern wird’s kaum  anders sein, oder?

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