Neue Schläger braucht das Land

Als zum vorletzten Beitrag mich die Wogen des Webs bei der WAZ ausspieen, erfuhr ich nebenher über brandneue Wissenschaftler-Erkenntnisse von einem weiteren Defizit in Deutschland, big surprise: ein männlicher Mangel, echt wahr! Nicht zu glauben, da machte irgendwo irgend so ein brillenschlangiger, muttersöhnlich-vernerdter Stubengelehrter sich, wenn irgend möglich, noch lächerlicher, indem er unser hymnengeranktes und -getränktes, huldgewöhntes und -verwöhntes, lobpreisgenährtes Heldengeschlecht in deutschen Landen zu bekritteln trachtete: HäHäHä!!!!!

Lachen soll gesund sein, hörte ich mal, geglaubt hab‘ ich’s nie und diese Torentugend längst abgelegt, denn auch vorzeiten blieb mir das Lachen meist schon im Halse stecken, darum Spaß beiseite und willkommen in den Landen der Androphobie, des mobmäßigen Männerbashings: Deutsche Männer könnten nicht mehr zünftig prügeln. Ist sicherlich richtig, aber nun auch noch Gewaltlosigkeit Männern zum Vorwurf zu machen, setzt sich mit besonderer Originalität von der Masse der Misandrie ab. Na jut, man könnte sagen seine Ansichten seien marginalisiert. Mag sein, aber sie erinnern an eine sämtliche Feuilletons hier­zu­lan­de überflutende Schmutzkampagne, als zum Jahresbeginn 2012 eine ganze Reihe gleichgesichtiger Girlies unisono vom „Schmerzensmann“ gackern durfte. Ein sabbernder Sumpf geschlechtsrassistischer Blubbereien wurde derart angelegt auf der unterirdischen Augenhöhe von Frauenzeitungen[i]: Vom Geniekult zum Augenhöhenwahn!

Die Chefredaktionen und Verleger der renommiertesten deutschen Pressetitel übergaben ihr prestigeträchtigstes Ressort ganz dem Belieben chronifizierter Mädchen für die Marilyn Monroe eine Jahrhundertfrau ist und die dennoch Henry für Arthur Miller halten – ist doch alles Müller und sch*egal. Diese weil-ich-ein-Mädchen-bin-Feuilletonisten warfen „den“ Männern schließlich vor, nicht mehr zu wissen wann sie gefälligst zu Küssen hätten, dass sie Jammerlappen und Weicheier seien und was es sonst noch so geben mag an Projektionen von Sofaheldinnen, die selber sofort in ihre Wohlfühlsocken flüchten, sobald es dreckig oder gar gefährlich wird.

Kritische Reaktionen? Ein sich selbst ständig pennälerhaft veralbernder taz-Mann, der dann tatsächlich anfing zu jammern, oder zu greinen (wie ich grad bei einem Kollegen von ihm las): „Wir Männer können uns doch nicht ändern, wenn die Frauen es nicht zulassen“ (Gedächtnis-Paraphrase). Da kommt selbst einem Helden wie mir das Heulen. – Die EMMA titelte hingegen: „Wir lieben euch neue Männer!“[ii]. Was mag ein jüngerer Mann denken&empfinden, wenn die EMMA ihm eine Liebeserklärung macht? Eine Liebeserklärung der EMMA an Mainstream-Männer!

Fast genau ein Jahr später inszenierten dann dieselben Feuilletons den Sexismus-Aufschrei.

Mann, du hast keine Wahl: Sexist oder Schmerzensmann.

„Du. Mann (…) dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!“[iii]

PS zum nebensächlichen Inhalt des titelgebenden Gelehrten-Geleitwortes: Wie wär’s wenn Frauen selbst mal dazwischen gingen, schließlich ist ihr Risiko viel geringer und die Wahrscheinlichkeit der Deeskalation viel größer[iv] und wie wir alle wissen sind Frauen ja auch die besseren Soldaten und Polizisten. Ha! Zufällig schließt der Kreis sich: Was mit einem Witz begann, endet in Gelächter…

[i] Der frühe fortlaufende Feminismus der aktuellen Zeitgeschichte stand diesen Illustrierten noch vehement ablehnend gegenüber, doch dann wurde die Frauenbewegung von den Girlies okkupiert, intellektuell kastriert und in modifizierter Prokrustesart auf Augenhöhe herab gezerrt.
[ii] auch dies paraphrasiert, weil ich nicht in diesen misandrischen Morast abgoogeln will
[iii] Wolfgang Borchert: Dann gibt es nur eins! Bezeichnend, dass ein auf diesen Text zurückgehendes Borchert-Denkmal in Hamburg die Mütter-Sequenz gestaltet mit Frauen und Kindern als Opfer, jene aber auch als schlummernde Friedensmacht ähnlich der Trümmerfrauen-Lüge, ignorierend oder auch leugnend, dass die NSDAP deutlich überwiegend von Frauen gewählt wurde.
[iv] Die historisch singulären Silvestermänner, zumeist Männer, die ihr  ganzes Leben kaum mehr als Härte, Zwang und Gewalt erfahren haben und wenn sie sich mal beklagt haben sollten, eben nichts als Spott und Häme erhaltend sahen, wie Teilnahme und Hilfsbereitschaft exklusiv ihren Schwestern zukommt, sind extrem untypisch und somit für den persönlichen Alltag als Lebensrisiko praktisch bedeutungslos, aber umso besser geeignet weltweit(!) propagandistisch und politisch missbraucht zu werden.

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