Freie Fahrt für Falschbeschuldiger

Seit längerem dringt er selbst bis in meine medienferne Klause immer krasser durch, der weiter&weiter eskalierte Krieg gegen Sex. Gegen Sex heterosexueller Männer natürlich nur: „Femdom“ ist selbstverständlich keine „sexualisierte Gewalt“, sondern kultige Lust, wenn Schwule sich vollspritzen lassen, sind sie vielleicht ein bisschen lustvoll pervers und geht dies im Übrigen niemanden etwas an, ebenso wie die Beschlagzeilung jüngerer Männer von alten Promi-Schachteln als „toyboy“ oder „Spielzeug“ natürlich nicht menschenverachtend ist, sondern allenfalls seien die Altweiber derart herabgesetzt, da sie doch eigentlich auf Altersaugenhöhe mit 30-jährigen oder auch mal mit 13-jährigen sind; ebenso sind es nicht die Anbieter einer verbotenen Ware (pssst: Nutten), die der Strafverfolgung unterliegen (sollen), sondern deren Kunden. Zu all dem und vielem mehr gammeln Dateien auf meiner Festplatte, die diese Einzelaspekte und -fälle im Kontext des Krieges gegen alles Männliche setzen. Doch der große Wurf scheint ein paar Nummern zu groß für einen Dilettanten. Und so möchte ich mich jetzt im Kleinen bescheiden, beim Einzelfall bleiben, abtauchend bis an den Bodensatz des virtuellen Boulevards…

…dort versumpfte ich bei einer GMX-Meldung mit dem Untertitel: „mögliche Vergewaltigung von Gina-Lisa Lohfink“; bis etwa vorgestern war mir Fall und Frau noch gänzlich unbekannt, aber soweit ich dann erfuhr, ist die Vergewaltigung rechtskräftig verneint, Lohfink tatsächlich eine (nicht rechtskräftig) verurteilte Falschbeschuldigerin. Und dennoch wird der Fall nicht als Falschbeschuldigung, sondern (mögliche) Vergewaltigung verkauft. Der objektive Sachstand der Verurteilung sollte Basis der Berichterstattung sein, auf der dann auch Zweifel an der Richtigkeit des Urteils geäußert und begründet werden könnten, denn offensichtlich kann jedes Urteil falsch sein so auch dieses: Das ist unvermeidbar. Im umgekehrten Fall eines verurteilten Vergewaltigers wird diese Möglichkeit hingegen gewohnheitsmäßig ausgeblendet, obwohl sie bei der allgemeinen Stimmungslage viel wahrscheinlicher ist: Ein Richter der einen mutmaßlichen Vergewaltiger zünftig verurteilt – unter Beachtung minimaler juristischer Mindeststandards – braucht sich um seine Karriere, geschweige sein Leben keine Sorgen zu machen. Ganz anders etwa bei einem Freispruch: Getragen von Myriaden bis  Milliarden Hass-Klicks in den social media werden die Gender-Seilschaften in Politik und sogenannter Zivilgesellschaft die nächste Sexismus-Session in routinierter Empörung abspulen; dementgegen eine Frau Vorsamer in der Süddeutschen in höchstem rhetorischem Schliff unwiedersprechbar fraseln darf : „Was daran neu ist? [am Verlauf der aktuellen Sex-Debatte] Die Empörung.“ Tatsächlich aber hatte die professionelle Empörungs- oder Aufschreimaschinerie bereits in den 1980ern endgültig den Mainstream überschwemmt und bestimmte bald schon seine Richtung – bis heute. Als Anfang bietet sich die „Wir haben abgetrieben!“-Kampagne von 1971 an.

Aber auch im Fließtext der exemplarischen GMX-Meldung gab es für den Kenner noch viel Genderwahn zu genießen: So beklagte die grüne Fraktionsvize Dörner „es wird ihr nicht geglaubt“: Was soll das heißen?: Männern ist per se nicht zu glauben, Frauen lügten niemals, irrten sich niemals? Glaubwürdigkeit als angeborenes Geschlechtsmerkmal? All diese Implikationen sollen nun Gesetz, zur Handlungsmaxime deutscher Gerichte werden, die Unschuldsvermutung endgültig über Bord, wenn der Beschuldiger weiblich und der Beschuldigte männlich? Ach Quatsch, das hat sie doch gar nicht gesagt… Was soll der Klageruf dann bedeuten? Bedauert sie etwa auch jeden nicht geständigen verurteilten (mutmaßlichen) Vergewaltiger mit einem „niemand glaubt ihm“? – Weiter vermeint Dörner Vergewaltigungsopfer würden selbst verantwortlich gemacht: In welchem Jahrhundert lebt das Fräulein, ein Update wäre wünschenswert, denn tatsächlich käme es einem sozioökonomischen Suizid gleich, wenn ein Mann derlei auch nur andeutete. Es sei an einen gewöhnlichen kanadischen Beamten erinnert, der im Jahr 2011 Studentinnen auch nur anempfohlen haben soll sich etwas dezenter zu kleiden. Das Ergebnis waren weltweite Mobaufläufe unter dem Titel „Slut Walk“. Somit existiert auch dieser Vorwurf des „Victing Blaming“ nur noch im umgekehrten Fall weiblicher Täter mit männlichen Geschädigten: Selbst anerkannte Opfer von Falschbeschuldigungen werden öffentlich in „Qualitätsmedien“  pennälerhaft verhöhnt und es bleibt ihnen kaum mehr als im vorauseilenden Gehorsam brav mit den Hyänen heulend die Schuld ganz auf sich selbst zu nehmen, die Justiz lobend und per Opferabo die eigene Frau als eigentlich Leidtragenden zu bedauern, wie es mustergültig, gleichermaßen Mitleid&Abscheu in mir evozierend Karl Dall exerzierte.

Kongenial zu Frau Dörners Fantasterein ist auch noch ihre Parteifreundin Vorstandmitglied Agena in bestem Opferaboreflex zu zitieren, der zufolge es neben weiterer Gesetzesverschärfung ein besonderes Anliegen sein sollte „diese Gewalt zu ächten“ – das müsste jeden plätten, der die letzten Jahre oder auch Jahrzehnte auf der Erde verbracht hat: (sexuelle) Gewalt gegen Frauen? Ja! Genau das meint Frau Agena müsste endlich geächtet werden: Gibt es Geächteteres?  Allein in den letzten rund zwei Jahren habe ich, der ich grundsätzlich keinerlei Massenmedien konsumiere, jetzt schon von der vierten Strafrechtsverschärfung im Sexbereich mitbekommen, einem Bereich, der wie kaum ein anderer seit den 1970ern und 80ern stetig verschärft worden ist – „Vergewaltigung in der Ehe“ war allerdings auch zuvor schon unter „Sexuelle Nötigung“ (§ 177 StGB) subsumiert strafbar, nur nicht unter dem in Absatz 2 geregelten, als „Vergewaltigung“ bezeichneten Spezialfall der Sexuellen Nötigung. Und doch wird gewohnheitsmäßig wahrheitswidrig behauptet oder suggeriert, Verg. i.d. Ehe sei bis in die 1990er Jahre erlaubt, „patriarchalisches Gattenrecht“ gewesen. Kaum einer wagt noch den die Lüge entlarvenden Widerspruch…

Zurück zu Frau Agenas Gabe sich mit vagen Allgemeinplätzen zu profilieren: „Unerträglich viele Frauen werden Opfer sexualisierter Gewalt.“ Die üblicherweise dabei herangezogenen Zahlen sind gewöhnlich entweder frei aus dem Bauch geschätzt, aus speziellen Kleingruppen hochgerechnet und/oder es liegen ihnen aberwitzig weite, völlig subjektiv zu definierende Gewaltbegriffe zu Grunde unter 100-prozentiger Beachtung der unbedingten Glaubwürdigkeit des Kollektiv‘ Frau, nicht selten bestätigt nach der Devise: Feministische Forscher beweisen, feministische Lügen alle wahr! Was mir dann aber endlich jede Empathie raubt, ist die Einseitigkeit derselben in der Masse nicht nur des öffentlichen Mainstreams – oder habe ich in meinem Medienboykott bloß Schlagzeilen wie „Unerträglich viele Männer werden Opfer feiger Falschbeschuldigungen“ versäumt?

Und hier wird der in der Kausa Lohfink versteckte echte Skandal sichtbar: Eine Frau wird als „Falschbeschuldigerin“ verurteilt und mit einer Geldstrafe bedacht, keine Gefängnisstrafe! nicht mal auf Bewährung, ungeachtet Vergewaltigungs- oder Missbrauchs- Falschbeschuldigungen heimtückichst auf die ganzheitliche Vernichtung des Mannes zielen und diese nicht mal nur im Erfolgsfall auch in übelster Weise erreichen, selbst wenn die Marter eines mehrjährigen Eingesperrtseins als Vergewaltiger oder „Kinderschänder“ überlebt wird. Aber auch bei Freispruch des Mannes oder wenn im Nachhinein wie im Fall Arnold – Achtung! Wikipedia-Artikel mit hoher Manipulationswahrscheinlichkeit (Diskussionsseite und Versionsgeschichte könnten hilfreich sein) – sogar umfassendste Entlastung gegeben ist, erfolgt keine Rehabilitation: Kündigungen behalten Rechtskraft, Vermögensschäden werden kaum kompensiert, von Schmerzensgeld keine Spur, ebenso wenig von Teilnahme oder Hilfsbereitschaft. Das ist himmelschreiendes Unrecht und verantwortlich ist nicht ein Unhold, nicht mal so sehr die Unholdin, die „bloß“ die gesellschaftlich gebotene Gelegenheit ausnutzte, sondern das Gemeinwesen als Gesamtheit aller Bürger und ihrer Institutionen, die allgemeine Empathielosigkeit und Schadenfreude gegenüber Männern und tendenziell sogar Jungen: Nicht böse Bonzen, Psychopathen oder Dämonen sind das Übel der Welt…

(zuletzt) geändert 270616

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