Von Weibern und Tussen …

…darf nicht gesprochen, geschweige geschrieben werden. Hingegen sind Kerle und Typen allgegenwärtig auch im schriftlichen Ausdruck in sich gegenseitig selbst bestätigenden „Qualitätsmedien“ und Partei-Publikationen sowie von Politikern aller Couleur. Dergleichen Gender-Gerechtigkeit drückt sich natürlich auch in der Sprachsäuberung aus: Während etwa die „Milchmädchen“ und „Lischen Müllers“ gebannt, verbannt und mit Platzverbot belegt, erfreuen sich „Platzhirsche“ im metaphorischen Sprachgebrauch der allgegenwärtigen Androphobie nach wie vor und mehr denn je größter Beliebtheit, ungeachtet ihr Revier in der wirklichen Welt immer häufiger von eklatant inkompetenten Quotenweibern besetzt ist, die mit dem Mute der Lücke ihre Unfähigkeit durch Süffisanz zu kompensieren trachten, wie momentan besonders eindrucksvoll die selbsternannt omnikompetente Verteidigungsministerin – nebenbei ein Parade- und Protobeispiel der generationen-, nicht aber geschlechterübergreifenden sogenannten „Generation Y„, die tatsächlich offensichtlich eher als Prinzessinnen-Phänomen darzustellen ist, das im Albrecht-Töchterchen mustergültig auf die Spitze getrieben.

Diese immer ungeniertere sich auch sprachlich ausdrückende Gender-Verlogenheit ist gemäß ihres totalitaristischen Anspruches in allen Sphären der Gesellschaft, des menschlichen Daseins und Fortlebens auszumachen: Während gut erhaltene Männer fortgeschrittener Jahre mit giftgelben Neid als „alte Säcke“ niedergemacht werden sollen, werden groteske alte Schachteln, selbst noch bei nebenbei eingeräumten dutzendfachen schweren Kindesmissbrauch nicht einen Tag im Gefängnis verbringen müssen, sondern in Primetime-Talkshows (Maischberger) als „Cougars“ gefeiert: Immer wieder grüßt der Liebermann (der, der nicht soviel fressen konnte wie er kotzen muss). Dergleichen wurden Quasselstrippen und Plaudertaschen zu Kommunikationsgenies befördert oder intrigante Lügnerinnen soziale Intelligenz attestiert. Herrenwitze sind geschmacklos, während gackernd geifernde Girlies jeden Alters, die in ihrem Witz nie über pubertäres Pennälerniveau hinaus kommen, als frech, offenherzig und tabulos gewürdigt werden, auch hier wieder nach dem Motto: Böse Mädchen kommen überall hin – außer ins Gefängnis.

Auch das Fußballstadion, ebenso gerne wie fälschlich als letztes Refugium klischeehaft-urtümlicher Männlichkeit verachtet, ist längst gendergerecht: Wer jemals gewagt hat die einzige Bundesliga-Schiedsrichterin (in der Frauenbundsliga sind männliche Schiedsrichter hingegen mittlerweile verboten, ein unleugbarer Qualitätsverfall war natürlich die Folge) als Fotze zu bezeichnen, weiß was gemeint ist: Ein Mob der Empörung schlägt über den unkorrekten Rufer ein, während Pimmel, Wichser, Hurensohn als Familiennamen der Schiedsrichter-Dynastien erscheinen, ohne dass dies irgendwen zu einem „Sexismus“-Aufschrei verleitete.

Dieselbe eigentümliche Einäugigkeit auch im Ausdruck von Geschlechterstereotype: Der Grundsatz lautet Geschlechterstereotype sind böse! außer sie sind zu Gunsten von W-Leuten. So wird Weibern etwa gewohnheitsmäßig tolle Teamfähigkeit angedichtet (ein sexistisches Geschlechterstereotyp par Excellence), die dann tatsächlich nichts weiter als mangelnde Initiative und Individualität sein könnte (wenn sie denn überhaupt wäre), ein Zurückschrecken vor Verantwortung, ein bewusstloses Marschieren in der Masse, mit der Mode gehend. Aber diese Perspektive zu wählen ist ebenso verboten wie entsprechend positive Eigenschaftszuweisungen an Männern, beispielsweise von männlicher Kreativität zu sprechen: unvorstellbar…

Hier schließt die lose Assoziationsreihe zum Thema „gendersensibler“ Sprachgebrauch.

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2 Gedanken zu „Von Weibern und Tussen …

  1. Interessanter Beitrag. Über das erhebliche Ungleichgewicht im Umgang mit Männern und Frauen – mit dem Trend, Frauen generell positiver darzustellen – habe ich ebenfalls vor Kurzem (Wann auch sonst? Mich gibt’s hier noch nicht so lang.) einen Artikel geschrieben. Es ist definitiv auffällig, dass dem Wunsch des Feminismus immer plakativer gefolgt wird. Nämlich nicht nur Frauen gleichzusetzen, sondern über dem Mann zu positionieren. Wo Frauenquoten greifen, ist es zumindest möglich, dass ein Mann trotz besserer Leistungen übergangen wird. Nur weil er ein Mann ist.
    Das kann nicht richtig sein.

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Dampfbloque,

    entschuldige meine undurchsichtige Billiardkommunikation auf deinem Blog aufzuschlagen, ohne vorher deinen Kommentar hier auch nur frei zu schalten: Ich hab ihn schlicht übersehen, no native in the digital world.

    Deine eher zustimmende Reaktion freut mich, aber deiner Formulierung: „ist es zumindest möglich“ muss ich entschieden widersprechen: es ist unvermeidlich, da die Quoten sich ja nicht am Geschlechterverhältnis unter den Bewerbern, sondern in der Gesamtbevölkerung orientiert, außer „natürlich“ wenns mehr Frauen gibt wie an der Medak Wien. Grüne und Linkspartei etwa haben Mindestquoten von 50%, bei ca. 36% weiblichen Mitgliedern; wenn man dann nicht Trittins im Bundestag unwidersprochen und ungestraft gemachter geschlechtsrassistischer Behauptung „vom begabteren weiblichen Geschlecht“ zustimmen will, folgt allein daraus schon praktisch zwangsläufig die Besetzung von Positionen mit minder geeigneten Frauen, einzig auf Grund des fehlenden Y-Chromosoms (Gender-Schreibweise: genetisch überlegen wegen Doppel-X).
    Bedenklich stimmt, die der gesamten Medien- und Politlandschaft im Genderbereich zu attestierende selbstoktroyierte Einheitsmeinung: So traf sich dieser Jahre die gesamte Redaktion der Süddeutschen (Oder wars bei der Zeit? Link könnte ich nachreichen), nicht um Frauenquoten zu diskutieren, sondern nur um Totschlagsphrasen zu brainstormen, um „Quotengegner mundtot zu machen“. Was der Weimarer Republik der Vaterlandsverräter ist der Berliner Republik der Sexist…

    PS: Welchen Artikel von dir meinst du?

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