Kofferkulis und Taschenträger

Wenn man durch die spätsommerlichen Innenstädte Gendermaniens schlendert, kommt man nicht umhin festzustellen, dass Gender-Mainstreaming ganze Arbeit geleistet hat. Auf öffentliche wie private Werbedarstellungen dominieren stets W-Leute, Frauen scheinen meist größer als Männer, alles Positive wird weiblich personifiziert alles Negative männlich: Der Dämon aus der Finsternis und der Pseudobart tragende Trottel von Nebenan. Soweit die Suggestion der Werbebotschaft und Forderung aus Politik, Medien und „Zivilgesellschaft“.

Und wie sehe ich meine realen Zeitgenossen im Vorbeigehen? Ja, die „Awareness“-Gehirnwäsche der Genderideologen ist erfolgreich: Allenorten Gemütsmänner jeden Alters, jeder Schicht und Ethnie, die als Taschenträger und Kofferkulis hinter ihren süffisant plappernden oder keifenden Frauchen hertrotteln.

Jenseits des Trottoirs auf der Fahrbahn das gleiche Bild: Bei Fahrradpaaren oder -gruppen, fast stets fährt Frauchen vorne, Männilein am Hinterrad klebend, von einer unsichtbaren Gewalt gehindert vorbeizuziehen, sichtbar werdend manchmal in grotesken, manchmal auch gefährlichen Situationen. Von der Wiege bis zur Bahre muss er sich nun ausbremsen lassen, gebückt gehen, niemals seinen eigenen Tritt finden und fahren dürfen, nur damit sich Frauchen nicht so klein fühlt wie es ist und die mythisch werdende Augenhöhe verwirklicht scheint. Aus Rücksichtnahme vor kindischer weiblicher Empfindlichkeit nehmen diese Männer und Jungen erheblichen Mehraufwand in Kauf und kommen nie in den Genuss des aufrechten Ganges, der freien Fahrt im eigenen Rhythmus. – Allein aus Erwägungen der „Ganzheitlichkeit“ eine Katastrophe. Aber das – und noch viel mehr – muss ein Kavalier nach Altvätersitte im Neumutterwahn klaglos ertragen.

Doch damit nicht genug: Sobald es unangenehm, dreckig oder gar gefährlich wird, muss Mann sofort wieder in die erste Reihe, notfalls auch mit Staatsgewalt vorgezerrt. Wie in besonders tödlicher Tragik der 100%-Gender-Gap im Kampf getöteter Bundeswehrsoldaten zeigt: Hunderte(?) getötete Soldaten, darunter nicht eine Soldatin, alles Männer (Stand 2013). Und wenn der Kugelwind sich wieder legt, kommen kreischend die Etappenstuten aus dem sicheren Hinterland, ja Hinterhalt und verlangen ihre aberwitzig hoch bemessene Frauenquote an Beförderungen und sonstigen Auszeichnungen: Die Hälfte des Himmels den Frauen – die Hölle ganz den Männern.

Aber auch an weniger dramatischen Orten ist das geschlossene Zurücktreten der Weiblichkeit sobald es unangenehm wird evident, etwa beim Plakatekleben im Wahlkampf. Seit vielen Legislaturperioden alltäglich abends die Innenstadt von a nach z durchschreitend ist mir noch kein einziger weiblicher Plakatkleber begegnet. Einem grünen Männerteam im Vorbeigehen zurufend „beim Plakatekleben gilt wohl keine Frauenquote“ entblödete sich der Ältere – wie frisch aus dem Klischeebuch entsprungen – nicht bedröppelt witzeln zu wollen, wir seien doch das starke Geschlecht: dies aus dem Mund eines B90G-Mannes! Sein jüngerer, kräftiger Kollege machte mir indes ein kleinst wenig Hoffnung mit seiner wortlosen, unverhüllten (passiven) Aggressivität mir gegenüber, aber ob diese Aggressivität sich je in konstruktiven Kampf gegen die Aggressorinnen, seinen grünen Frauchens, wandeln wird ist äußerst unwahrscheinlich: Männer kämpfen nun mal nicht gegen, sondern nur für und wegen Frauen, ganz gleich welcher weltanschaulicher Couleur der Chevalier auch sein mag.

Auch hier im Kleinen, ganz undramatisch und nicht sofort tödlich gilt, ja: Mindestens die Hälfte des Himmels den Frauen (es kann auch der ganze sein) – die Hölle den Männern.

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